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Die Wetlook-Geschichte, die eigentlich keine ist, oder doch?

Lesezeit: 3 Minuten

Darf ich mich vorstellen?


Mein Name ist Friedrich von Altenberg, 29 Jahre alt, Erbe einer alteingesessenen Bankiersfamilie und, man könnte sagen, finanziell sorgenfrei. Doch es gibt eine Leidenschaft in meinem Leben, die ich bislang nur heimlich und in sehr engen Grenzen ausleben konnte: Ich liebe es, wenn Frauen in eleganter Kleidung nass werden, und es auch bleiben.

Sie sollen es nicht für Geld tun, nicht aus Zwang und auch nicht, dass es jemand mir zuliebe etwas tut. Für mich zählt allein die Authentizität. Ob die Dame 18 oder 50 Jahre alt ist – solange sie gepflegt auftritt, ist das für mich unwichtig.


Leider hat das sogenannte „Wetlooken“ in unserer Gesellschaft einen zweifelhaften Ruf: Schnell abgestempelt als seltsam oder Fetisch. Dabei stelle ich mir vor, wie schön es wäre, wenn nasse Kleidung zunächst einmal ein Trend, ein Ausdruck von Mode oder Lebensfreude wäre, statt einem Tabu.


Vor 16 Monaten habe ich deshalb eine ebenso verrückte wie konsequente Idee begonnen, in die Tat umzusetzen: Ich möchte Wetlook gesellschaftsfähig machen. Dank meiner Mittel und eines exzellenten Netzwerks konnte ich langsam und gezielt damit beginnen, dicke Bretter zu bohren. Die Sache sollte nicht wie eine plumpe Kampagne wirken, vielmehr wie eine leise gesellschaftliche Veränderung. Also wandte ich mich an eine renommierte Marketingagentur.


Von nun an werde ich in jedem Beitrag einen Schritt aus diesem Portfolio an Maßnahmen erzählen, alles greift ineinander, vieles läuft gleichzeitig. Die gesamte Initiative dürfte am Ende rund 75 Millionen Euro verschlingen. Aber glauben Sie mir: Jeder einzelne Cent ist es mir wert!


Ein entscheidender Baustein war es, das Thema „nasse Kleidung“ vorsichtig in den Medien zu platzieren. Dafür habe ich einige Redakteure ins Boot geholt, die mich mit Feingefühl und Kreativität unterstützen. Aus rechtlichen Gründen darf ich keine TV Beiträge oder Radiosendungen teilen. Daher vier von vielen Zeitschriften, die sich des Themas annehmen. Und nun halten Sie sich fest, hier ist das Ergebnis:

Ein langer reizvoller Artikel mit sehr viel positiver Resonanz.


Ein toller Artikel der die neue Mode glaubhaft anpreist.


Ein cooler Artikel der sich sachlich mit den schönsten Wetlook Stoffen auseinandersetzt.


Ein bildgewaltiger Artikel, der in der Modewelt wie eine Bombe einschlug.



Von solchen Artikeln soll es im nächsten Jahr noch viele weitere geben, dann auch Berichte aus dem Alltag.


Im nächsten meiner Beiträge hier, berichte ich über Gutachten die ich in Auftrag gegeben habe, um Wetlook sachlich zu stützen.


Gruß

Ihr Friedhelm

Kommentare 2

  • Das ist erstaunlich. Hier lese ich zum ersten Mal einen Beitrag, bei dem es nicht nur um individuelle Vorlieben, sondern auch um gesellschaftliche Veränderungen und die Entwicklung von befreienden neuen Trends geht. Selbst wenn das alles nicht so ernst gemeint sein sollte, lieber Herr von Altenberg, sehen die Titelseiten der Magazine doch sehr glaubwürdig und professionell aus. Fast könnte man sich der Hoffnung hingeben, wir würden aus unserer prüden Erstarrung erwachen, die Spielverderber ins abseits stellen und in die rebellischen Siebziger- und Achtzigerjahre zurückkehren. Was für ein Gedanke! Wahrscheinlich aber nur eine schöne Phantasie. Aber trotzdem: Ich gratuliere zu Ihrer Kampagne, die bestimmt jeden Cent wert ist.

    Gefällt mir 1
    • Servus

      Ich habe bereits schonmal einen Artikel verfasst, in dem ich vorschlug, das Thema koordiniert voranzutreiben. Die Reaktionen waren nicht wirklich ermutigend.

      Aber wenn ich wieder Muße habe kommt Teil 2 von hmm?

      Doch da wird durchaus eine Leidenschaft präferiert. Trotzdem kommt das in Teil 1 angeschnittene nicht zu kurz.


      Gruß