5. nasses Leder

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Der nächste Morgen kam schneller als gedacht und wieder saßen Julia und ich eng nebeneinander, die Wärme des anderen Körpers genießend, den ersten Kaffee des Tages umklammernd und mit den Gedanken noch bei den Träumen der vergangenen Nacht. Das Schweigen und die Stille waren angenehm, kein unnötiges Geschnatter, dass eine unerträgliche Leere füllen sollte, einfach nur Ruhe, ein gemeinsames Verständnis, das keine Worte brauchte.


Heute würde sie weiterreisen müssen, sollte ihre Heimreise nicht in Stress ausarten. Heute Abend würde sie wieder bei Freunden übernachten, die bereits auf sie warten würden und die interessiert wären, ihren Bericht über ihre Tour zu hören. Sicher gäbe es etwas leckeres zu Essen und ein warmes, Bett. Wenn man dem Wetterbericht glauben konnte, würde sie dort trocken ankommen, Regen war zumindest nicht in Sicht.


… trocken? … nicht nass? … nicht schlammig? … einfach wieder ein normales Leben, so wie man das von ordentlichen 20-järigen Frauen erwarten kann. Julia wusste nicht, ob sie das freuen oder erschrecken sollte. Die Erfahrungen, die sie auf dieser Radtour, besonders aber während der letzten zweit Tage gemacht hatte, würden sie noch eine Zeit lang beschäftigen.


Als das Frühstück auf dem Tisch stand hellte sich ihre Stimmung langsam etwas auf. Gedanklich war Sie jetzt wieder „on the road“, was man aber auch ihrem Äußeren ansehen konnte. Sie trug bereits ihre schwarze Leggings, darüber die kurze, abgeschnittene und ausgefranste Jeans, schwarze Stoffschuhe ohne Socken und dazu ein gelbes Tanktop, dass so dünn war, dass man ihren schwarzen BH (oder war es ihr Bikinioberteil?) durchscheinen sehen konnte. Später kämen noch ihre leuchtend gelbe Weste und die fingerlosen Fahrradhandschuhe hinzu, die ihre Handflächen vor Blasen bewahren sollten.


Ihre Tagesetappe würde heute etwa 100 Km lang sein und ich hatte angeboten, sie auf den ersten 30 Km zu begleiten. Ich würde dieses erste Stück des Weges vorfahren, da die offiziellen und ausgeschilderten Radwege wirklich nicht schön und die Alternativen schwer zu finden waren. So ganz zufällig würde ich den Weg so legen, dass wir an einem alten Basaltsteinbruch vorbei kommen würden, der schon vor vielen Jahren aufgegeben worden war. Inzwischen hatte sich in dem Loch ein schöner kleiner See gebildet, der aufgrund seiner abgeschiedenen Lage nur wenig besucht wurde. Insgeheim hoffte ich natürlich darauf, sie noch mal nass zusehen. Die GoPro hatte ich jedenfalls wieder dabei.


Die gesamten Videos und Bilder, die in den letzten zwei Tagen entstanden waren, hatte ich ihr auf einen Stick gezogen und auch noch 100 Euro dazugelegt, damit sie nun auch wirklich ein oder zwei Bilder in großem Format drucken lassen könnte um sie in ihrer Wohnung aufzuhängen. Nachdem sie meine Bilderwand so bestaunt hatte erschien mir das eine sinnvolle Starthilfe zu sein. Sie hat sich riesig gefreut, viele Male bedankt und fest versprochen dieses Projekt wirklich angehen zu wollen.


Während wir gerade dabei waren die Fahrräder zu beladen, fiel mein Blick erneut auf ihre kurze, knappe Jeans und mir kam ein Gedanke.


„Moment mal eben“, unterbrach ich ihre Reisevorbereitungen, „ich habe da noch etwas, das dich vielleicht interessieren könnte“. Schnell lief ich in mein Schlafzimmer an meinen Schrank. Als ich gefunden hatte, wonach ich suchte, präsentierte ich Julia meine alte, hellbraune Lederhose. „Die habe ich 20 Jahre lang zum Motorradfahren benutzt“, erklärte ich. „Als sie dafür nicht mehr taugte habe ich die Beine kurz über dem Knie abgeschnitten und sie weitere 10 Jahre als Badehose verwendet. Das war total genial, es gibt kein besserer Material zum Baden. Jetzt liegt sie aber schon wieder 10 Jahre unbenutzt in meinem Schrank, weil ich einfach nicht mehr reinpasse. Entweder ist das Leder durch den häufigen Wasserkontakt geschrumpft, oder ich habe etwas zugelegt. Ich habe aber das Gefühl, sie könnte dir passen. Magst du sie mal anprobieren? “


„Eine Badehose aus Leder?“, Julia war etwas irritiert aber dann setzte die Erinnerung wieder ein. „Ja klar, das passt zu dir, oder vielleicht auch zu mir. Ich probier sie mal an“. Im Nu war sie aus ihren Schuhen und ihrer Jeans geschlüpft und zog nun die Lederhose über die Leggins. Interessiert stich sie mit der Hand darüber und stellte fest, wie geschmeidig das alte Leder noch immer war.


„Passt perfekt“, befand ich nach dem sich Julia einmal rumgedreht hatte. „und steht dir wirklich ausgezeichnet. Wenn du magst, schenke ich sie dir. Du kannst dann ja bei Gelegenheit mal ausprobieren, wie sie sich im Wasser anfühlt. Das ist wirklich was ganz besonderes“.


„Danke! Noch nie hat mir Jemand eine Badehose geschenkt, schon gar nicht so eine besondere. Ich verspreche dir, ich werde sie ausprobieren und dir dann berichten. Aber auch trocken fühlt sich das Leder interessant an. Ich werde das gleich anbehalten“.


Ein paar Minuten später saßen wir dann auf unseren Rädern und fuhren los, Julia in ihrer neuen Lederhose, ich in den selben Klamotten, die ich gestern im Schlamm und auch danach noch den ganzen Abend lang getragen hatte. Die Sachen waren noch ein wenig feucht, aber das war mir egal. In regelmäßigen Abständen lobte Julia jetzt, wie schön sich das Leder anfühlen würde. Das Material hatte sich an ihre Körperwärme angepasst und war noch mal deutlich weicher geworden als zu Anfang.


Unser Weg führte uns zunächst über offenes Feld aber bald nahm die Bewaldung im gleichen Maße zu, wie die Besiedlung abnahm. Eine lange Steigung und die zunehmende Hitze sorgten dafür, dass wir ordentlich anfingen zu schwitzen. Bei der erste Pause zog Julia die winddichte Warnweste aus. „Hier im Wald erleide ich wohl eher einen Hitzschlag als dass ich übersehen und überfahren werde“, kommentierte sie. Ich hingegen konnte bemerken, dass der Scheiß ihr gelbes Top bereits soweit durchtränkt hatte, dass sich der BH nun noch deutlicher durch das dünne Gewebe abzeichnete.


Je weiter wir uns der Mittagszeit näherten, desto höher stieg die Temperatur nun an und ich freute mich bereits auf die Abkühlung im Steinbruch. Nur noch ein paar Minuten.


Als wir den Anstieg gerade beendet hatte bog ich vom Hauptweg ab und nach 200 Metern schimmerte der See durch die Bäume. Ich fuhr noch ein paar Meter weiter bis zu einer Rampe, die früher mal die Einfahrt in den Steinbruch gewesen war und jetzt direkt ins Wasser führte. Auf dieser Seite hatte das Ufer einige flachere Bereiche, die von Bäumen bewachsen waren. Am gegenüberliegenden Ufer befand sich eine 10 Meter hohe Klippe aus schwarzem Basalt. An der steilen Wand fanden nur einige Farne etwas Halt.


„Pause“ verkündete ich, stieg vom Rad.


„Das ist ja schön hier“ rief Julia ehrlich begeistert. „Woher kennst du nur solch abgelegene Gewässer? Gestern die Schlammkuhle am Fluss und jetzt diesen See“.


„Ich bin halt sehr oft Draußen unterwegs“, erklärte ich. „Wenn ich einen schönen See oder Fluss gefunden habe, probiere ich ihn auch gleich aus und merke ihn mir für die nächste Tour. Hast du Lust auf eine Abkühlung?“


Während ich noch die GoPro auspackte ging Julia schon auf das Wasser zu. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich meine neue Badehose so schnell ausprobieren würde“.


Sie stand bereits bis zu den Knien im Wasser als ich sie einholte und die erste Aufnahme startete. „Mit diesen Schuhen fühlt sich das ganz anders an als gestern mit den Wanderstiefeln aber auch nicht schlecht“, befand sie und ging jetzt langsamer weiter. Gleich würde das Leder nass werden und sie wollte das Gefühl ganz bewusst wahrnehmen.


Das Grinsen auf ihrem Gesicht wurde breiter als sie immer tiefer eintauchte und das Leder sich mit Wasser vollzusaugen begann. „Ich muss wirklich verrückt sein, drei Tage nacheinander gehe ich freiwillig mit all meinen Klamotten und Schuhen ins Wasser, jetzt sogar mit Lederhose. Aber ich muss gestehen, das fühlt sich sooo gut an. Ich glaube, das macht süchtig. Du hast mich süchtig gemacht“. Nach wenigen weiteren Schritten stand ihr das Wasser bis zur Brust und sie begann mit Schwimmbewegungen. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie sogar ihre Fahrradhandschuhe anbehalten hatte und musste lachen. „Schau dir das doch mal an. Jetzt war ich so auf die Lederhose fixiert, da habe ich glatt vergessen die Handschuhe auszuziehen aber auch die fühlen sich witzig an im Wasser“. Wieder und wieder strich sie über die nasse Hose und stellte dabei fest, dass das Leder immer weicher wurde.


Schließlich tauchten wir beide komplett unter und schwammen zum gegenüberliegenden Ufer. Dort fanden wir bald eine Stelle, an der wir die steile Felswand wenigstens zum Teil erklimmen konnten um dann aus 3 oder 4 Meter Höhe ins tiefe Wasser zu springen. Um besser filmen zu können blieb ich dann im Wasser oder kletterte nur auf die untersten Steine. So konnte ich festhalten, wie Julia aus dem Wasser stieg, die Wand empor kletterte und dann auch wieder zurück sprang. Ihr dünnes Top war jetzt fast nicht mehr zu erkennen und bot freien Blick auf ihren schwarzen BH. In Kombination mit der braunen Lederhose und der schwarzen Leggins war das ein toller Anblick. Jedes Mal, wenn Julia erneut aus dem Wasser kletterte floß das es in Strömen an ihr herunter und die einzelnen Tropfen, die von ihrer Lederhose herabfielen funkelten in der Sonne. Sie vollführte die tollsten Sprünge und ich hielt alles mit der Kamera fest.


Später lagen wir noch ein paar Minuten in der Sonne und wärmten uns wieder auf. Julia konnte auch jetzt nicht die Finger vom nassen Leder lassen. „Das fühlt sich so gut an, selbst durch die Leggins hindurch. Ich weiß garnicht, wie ich dir dafür danken soll“.

„Dafür brauchst du mir nicht zu danken. Ich bin froh, dass dir die Hose passt und gefällt. Da hat sie nochmal ein zweites Leben. Ich hoffe, du wirst auch weiterhin viel Spaß damit haben“.


Bevor wir weiter fuhren, sprangen wir beide nochmal ins Wasser um dann tropfnass auf die Räder zu steigen. Immerhin hatte Julia noch 70 Km Strecke vor sich und auch ich musste wieder nach Hause radeln. Zum Abschied umarmten und drückten wir uns nochmal ganz fest und dann war sie weg. Obwohl sie trockene Klamotten im Gepäck gehabt hätte, hat sie die nassen Sachen anbehalten und dabei gelächelt, Schuhe, Leggins, Lederhose, Tanktop, BH und sogar ihre Handschuhe.


Später am Abend hat sie mir dann eine Nachricht geschickt. Sie war wohlbehalten bei ihren Freunden angekommen. Die Sachen wären bis dahin schon wieder trocken gewesen, sogar die Lederhose, schrieb sie. Dann sei sie aber wieder zu „alten“ Traditionen zurückgekehrt …


Ein Foto, offensichtlich ein Handy-Selfie aus einem privaten Badezimmer, fand sich im Anhang.


Alles an ihr, all die Kleidung, die sie heute getragen hatte, war wieder klatsch nass, auch Lederhose und Handschuhe. Ihr dünnes Shirt war kaum noch sichtbar, ihr BH dafür umso deutlicher. Ihr Lächeln war einfach unbeschreiblich.

Kommentare 3

  • Stoffschuhe - super

    Stoffschuhe ohne Socken - mega

    Stoffschuhe ohne Socken im Wasser - ein Traum!


    Falls sie diese Schuhe nochmal zum Baden anzieht, sollte sie eine lange Jeans dazu kombinieren (und natürlich wieder die Socken weglassen!).

  • Wow… tolle Geschichte… freue mich auf die Fortsetzung, wenn es denn eine gibt...

    • gibt es, dauert aber noch ein paar Tage.

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